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Jubiläumsfeier: 110 Jahre Homo heidelbergensis von Mauer

20. Oktober 2017

Vor 110 Jahren hat der Sandgrubenarbeiter Daniel Hartmann in der nördlich von Mauer liegenden Grube Grafenrain einen sensationellen Fossilienfund gemacht: Den sehr gut erhaltenen Unterkiefer eines Urmenschen. Bis dahin war Mauer ein Dorf wie viele in Nordbaden, Süddeutschland und darüber hinaus. Aber ab dem 21.10.1907 wurde der Name Mauer mit diesem Fund weltweit bekannt und das wirkt bis heute nach. Seine Bedeutung im Jahr 1907 hat bereits Daniel Hartmann abends nach dem Fund in der heutigen Gaststätte "Zur Pfalz" mit den Worten "Heit hawwi de Adam gfunne" auf den Punkt gebracht. Er hatte den, wie sich später zeigen sollte, ältesten Europäer gefunden. Heute gilt: Der Urmensch von Mauer ist momentan der älteste jemals gefundene Homo heidelbergensis und Mitteleuropäer. Seine Menschenart wird von den meisten Wissenschaftlern als eine zentrale Art angesehen, die in der Zeit von maximal etwa 1.000.000 – 250.000 Jahren in Afrika und Europa gelebt hat.

Die Bedeutung des Fundes für Mauer und die Region ist groß. Das wurde schon vor vielen Jahrzehnten erkannt und in Mauer waren es zunächst vor allem der Ortschronist Albert Haaf und der Schulrektor Norbert Preiß, mit Unterstützung durch Günther Riedling, die sich um die Erhaltung des Bewusstseins um den Fund verdient gemacht haben. Von Gemeindeseite aus wurde unter der Regie von Bürgermeister Gerhard Weiser im Jahr 1967 anlässlich der 65. Fundwiederkehr in der Sandgrube ein Gedenkstein aufgestellt und ein wissenschaftlicher Kongress organisiert. Der Nachfolger von Bürgermeister Weiser, Erich Mick, hat auch das Potenzial des Fundes für die Gemeinde erkannt. Dabei kam es ihm zugute, dass er in Dr. Reinhart Kraatz, Kustos am damaligen Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg, einen Gleichgesinnten fand und als deutlich sichtbares Zeichen des dadurch verstärkten Engagements wurde 1977 ein weiterer Gedenkstein in der Grube Grafenrain aufgestellt. Seitdem besteht auch die Tradition, alle 5 Jahre mit großen Fest- und Vortragsveranstaltungen in der Sport- und Kulturhalle von Mauer an den Urmenschenfund zu erinnern.

Die dauerhafteste Phase an wissenschaftlichen Aktivitäten wurde 1990 mit einem von Prof. Günther Wagner geleiteten Kongress in Heidelberg eingeleitet, der die Entstehung der "Archäometrie Arbeitsgruppe Mauer" zur Folge hatte.  Sie wurde zunächst von Dr. Kraatz und dann von Prof. Wagner geleitet. Mitglieder aus dieser Gruppe waren maßgeblich an der Initiierung und Gründung des "Urmenschenvereins" von Mauer beteiligt. Durch die Gründung des Vereins Homo heidelbergensis von Mauer e.V.  im Jahr 2001 wurden die bisherigen Aktivitäten gesteigert und erweitert. Erster Vorsitzender wurde der nach 25 Jahren frisch aus dem Amt ausgeschiedene Bürgermeister Erich Mick. Er hatte zu diesem Zeitpunkt 18 Mitstreiter. Daraus wurden dauerhaft bis heute über 350 Mitglieder.

Zum Glücksfall für den Verein wurde die Sanierung des ältesten Hauses in Mauer, des Heid'schen Hauses in der Bahnhofstraße 4. Unterstützt vom damaligen Bürgermeister Jörg Albrecht wurde dieses Haus der Vereinssitz und seitdem konnte vieles bewegt werden. So wurden mehrere Ausstellungen organisiert und etwa alle zwei Jahre eine Veröffentlichung herausgebracht. Das "Kerngeschäft" des Vereins sind jedoch die Führungen für Jedermann, die jedes Jahr etwa 2.500 Besucher nach Mauer locken. Manchmal ein paar weniger und wenn eine Ausstellung gemacht wird, sind es auch mal 3.000 Besucher. Den größten Anteil an den Besuchern haben Schulklassen. Oft verbinden sie eine Führung noch mit einer Aktion im Steinzeitatelier im Gewölbekeller des Heid'schen Hauses. Der zweite "Dauerbrenner" sind die Vorträge im Winterhalbjahr, die seit 2003 in jeder Vortragsreihe etwa 300 Zuhörer in den Saal unter der Gemeindebücherei führen.

Die mit Abstand größte Herausforderung für Verein und Gemeinde war jedoch das Jahr 2007. Anlässlich der 100. Fundwiederkehr wurde das Urgeschichtliche Museum im Rathaus renoviert und aktualisiert, eine Sonderausstellung mit dem Original des Unterkiefers des Homo heidelbergensis ein halbes Jahr lang gezeigt, eine internationale Tagung im Studio der Villa Bosch in Heidelberg organisiert und in einer aufwendigen Aktion die letzte erhaltene Sandwand in der Grube Grafenrain präpariert und mit großen Infotafeln versehen. Der alles verbindende rote Faden für diese Ausstellungsstationen war damals und ist bis heute der Zeitenpfad "600.000 Jahre Menscheitsgeschichte", der mit Infotafeln versehene Weg vom Heid'schen Haus über das Urgeschichtliche Museum bis in die Grube Grafenrain. Im Jubiläumsjahr kamen etwa 30.000 Besucher nach Mauer, wobei am Spitzentag fast 650 Menschen hier waren. Dies zu bewältigen wäre ohne den fantastischen ehrenamtlichen Einsatz der Vereinsmitglieder und die volle Unterstützung der Gemeinde nicht möglich gewesen. Die finanzielle und teilweise personelle Unterstützung kam von der Klaus Tschira Stiftung gGmbH Heidelberg und sie wirkt bis heute nach. Das sichtbarste Zeichen dieses großartigen Engagements der KTS ist das Ausstellungslogo, das im Jahr 2007 kreiert wurde und seit zehn Jahren bei den Vereinsaktivitäten nicht mehr wegzudenken ist.

Noch mehr zu diesem Thema findet man in dem Buch: "Homo heidelbergensis – Schlüsselfund der Menschheitsgeschichte" aus dem Jahr 2007. Das ist leider vergriffen, es besteht jedoch die Möglichkeit, es im Archiv des Vereins einzusehen. Eine ausführliche Übersicht über alle Aktivitäten des Vereins findet sich auf der Homepage unter der Rubrik Rückblick.

Für all das Geleistete gebührt den Beteiligten der herzlichste Dank. Ganz besonders hervorzuheben ist die Unterstützung des Vereins durch die ehemaligen Bürgermeister und den aktiven Bürgermeister John Ehret, sowie die jeweiligen Gemeinderäte von Mauer.

(Auszug aus dem Festvortrag des Vereinsvorsitzenden Volker Liebig anlässlich der Feier zur 110. Fundwiederkehr am 20.10.2017.)


Festvortrag: Die Evolution des Menschen – Aus Afrika um die Welt
Vortragender: Dr. Oliver Sandrock (Hessisches Landesmuseum Darmstadt)

Musikalische Gestaltung der Feier: Musikverein 1934 Mauer e.V. 


 

Jubiläumsfeier
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