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Eröffnung der Sonderausstellung "Scharfe Sachen - Steinwerkzeuge und mehr ..."

10. März 2013

Vorführung: Vorsicht Steinschlag

Am 10. März hat Prof. Clemens Eibner vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Heidelberg gezeigt, wie echte Steinwerkzeuge hergestellt werden. Er bediente sich dabei derselben Techniken und Materialien wie unsere frühen Vorfahren.

"Scharfe Klänge aus der Steinzeit" im Steinzeitatelier

Bereits die Neandertaler musizierten mit Flöten und noch heute sind Schwirrhölzer zum Beispiel bei den australischen Ureinwohnern in Gebrauch. Unter der Anleitung von Marion Schütz und Xenia Schlindwein konnten diese steinzeitlichen Musikinstrumente ausprobiert und mit Steinwerkzeugen nachgebaut werden.


Es ist eine Sensation: Nur einen Steinwurf voneinander entfernt, sind sie nach Hunderttausenden von Jahren wieder vereint: Der Homo heidelbergensis und sein scharfes Steinwerkzeug. In einer einmaligen Ausstellung, ist der 609.000 Jahre alte Unterkiefer des „Adam“ im kleinen Saal des Heid’schen Hauses zu bewundern. Das Steingerät, mit dem der Urmensch einst nach der Jagd das Wild von Fell säuberte und das nährreiche Fleisch zerlegte, ist im großen Ausstellungsraum zu sehen.

Die Sonderausstellung "Scharfe Sachen, Steinwerkzeuge und mehr ..." zeigt erstmals den original Unterkiefer zusammen mit Steinwerkzeugen und Skulpturen aus der Zeit von etwa 2,6 Millionen bis 45.000 Jahren vor Christus. Und diese Präsentation sollte man nicht versäumen, wird sie wohl zur Pilgerstätte begeisterter Anhänger des original Unterkiefers, für Schüler, Gruppen und alle Interessierten werden. Warum? Es ist eine mit sehr viel Liebe zum Detail und extrem hohem Aufwand erarbeitete Sammlung des Vereins Homo heidelbergensis von Mauer. In großen Glasvitrinen befinden sich über 150 verschiedene Steinwerkzeuge. Die internationalen Exponate sind einzeln erklärt und deren Zeitalter an 14 Schautafeln dargestellt. Zudem werden Kunstgegenstände aus der Privatsammlung von Dietrich Wegner gezeigt.

Es gibt Führungen und ein spannendes Rahmenprogramm mit Vorführungen und Mitmachaktionen für Jung und Alt im Gewölbe-Steinzeitatelier. Erich Mick zeigte sich sichtlich stolz über die gelungene Teamarbeit vor geladenen Gästen, sparte schon gar nicht mit Lob für jeden. "Es war eine große Herausforderung mit langen Diskussionen und auch Streitgesprächen, denn unser Ziel war es, diese Ausstellung nicht zu wissenschaftlich mit viel Fachchinesisch, sondern populär und verständlich zu gestalten", bekräftigte der Vereinsvorsitzende. Das ist vortrefflich gelungen. Ehrfürchtig steht man vor den Glaskästen.

Eine große Anzahl der Exponate stammt aus der Lehrsammlung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Heidelberg. Professor Clemens Eibner ist einer der Initiatoren, er strahlte regelrecht vor Freude inmitten der Steingeräte, die normalerweise nur für Lehrzwecke aus den Instituts-Schubladen ans Tageslicht kommen: "Das Besondere ist die Einmaligkeit der Zusammenstellung der Objekte und vor allem, dass viele Steingeräte aus der Sammlung von Professor Schoetensack stammen, denn Schoetensack hatte die Sandarbeiter für solche Funde instruiert." Und Sandarbeiter Daniel Hartmann hatte dadurch vor 105 Jahren "de Adam g’funne!"

Die Steinwerkzeuge waren beispielsweise Schlagsteine zum Knacken von Knochen und Nüssen, Funken schlagende Feuersteine, formschöne Faustkeile. Kratz- und Schleifspuren sind an manchen Steinen deutlich zu erkennen. Staunen lassen auch Skulpturen wie der Löwenmensch und weibliche Körper als hochwertige Reproduktionen. "Manche Objekte könnten von Picasso sein, so kunstvoll sind sie schon geformt, der Mensch hatte schon vor 45.000 Jahren eine große Kreativität", begeisterte sich Dietrich Wegner bei seiner Ansprache. Übrigens: Bis zur Schließung der Sandgrube Grafenrain in 1962 wurden dort außer dem berühmten Unterkiefer über 5000 Fossilien ans Tageslicht befördert.

Jutta Trilsbach


 

Scharfe Sachen
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